Lyme Borreliose

Die Dunkelfeld-Mikroskopie spielt eine wichtige Rolle beim Nachweis von Erregern wie zum Beispiel bei einer Infektion mit Schraubenbakterien (Spirochaeten). Zur Familie der Schraubenbakterien zählen auch die Borrelien. Deren Nachweis lässt sich durch den verstärkten Kontrast im Dunkelfeld-Mikroskop in ungefärbten Präparaten sehr schnell und sehr gut darstellen.

Wegen der meist hohen Keimzahlen pro Milliliter bei einer Borrelien-Infektion ist die Darstellung der Borrelien im peripheren Blut möglich und ein Erregernachweis kann bereits vor Einsetzen der Immunantwort erfolgen.

 

Der positive Nachweis des Erregers kann somit für Sie und Ihren behandelnden Arzt ein wichtiges diagnostisches Kriterium für den therapeutischen Ansatz bei einer Infektion mit Borrelien sein.

Was ist eine Borreliose?

Mit dem Begriff "Borreliose" ist eine Infektion mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi gemeint. Die Lyme-Borreliose bezeichnet die Erkrankung und ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Etwa 10 – 35% der Zecken sind mit Borrelien befallen, wobei die einzelnen Entwicklungs-stadien (Adult, Nymphe, Larve) sehr unterschiedlich infiziert sind.

  • adulte (erwachsene) Zecken im Durchschnitt zu ca. 20% infiziert (Größe ca. 3,5 - 4,5 mm vor Blutmahlzeit; ca. 10 mm vollgesogen)
  • Nymphen (Jungstadium) zu ca. 10% infiziert (Größe ca. 1,5 mm)
  • Larven nur zu etwa 1% infiziert sind (Größe ca. 0,5 mm)

In Deutschland ist nach bisherigen Erkenntnissen nach einem Zeckenstich bei 1,5 – 6% der Betroffenen mit einer Infektion (einschließlich der klinisch unauffälligen Fälle) und bei 0,3 – 1,4% mit einer manifesten Erkrankung zu rechnen.

Die Infektion kann von März bis Oktober erfolgen (bei entsprechenden Witterungsbedingungen evtl. auch früher oder später), ein Gipfel besteht in den Monaten Juni und Juli für das Erythema migrans (Wanderröte) und Juli und August für die akute Neuroborreliose. Die Frühmanifestationen - wie Erythema migrans und frühe Neuroborreliose Stadium II - treten also wegen der kurzen Inkubationszeit saisonal gehäuft auf.

 

Ihren Namen "Lyme-Borreliose" erhielt die Erkrankung nach dem Ort Lyme (Connecticut, USA), in dem gehäuft Gelenkentzündungen nach Zeckenstichen auftraten und dem Entdecker des Erregers Willy Burgdorfer (1981).

Vorkommen

Die Lyme-Borreliose ist in der nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Europa und Asien) verbreitet. Es ist von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen, allerdings fehlen flächendeckende epidemiologische Untersuchungen.

Was sind Borrelien?

Borrelien sind Bakterien aus der Familie der Schraubenbakterien. Sie sind weltweit in gemäßigten und tropischen Klimazonen verbreitet. Als Reservoir sind Nagetiere (besonders Mäuse), aber auch Wild- und domestizierte Tiere bekannt, als Vektoren Zecken verschiedenster Spezies und Kleiderläuse. Auch Stechmücken und Stechfliegen werden als Überträger diskutiert.

Die Gattung der Borrelien umfasst heute 20 Arten; davon sind 14 für den Menschen pathogen (eine Krankheit verursachend). Alle - außer Borrelia recurrentis - werden durch Zecken übertragen und verursachen die Lyme-Borreliose bzw. verschiedene Arten des Zecken-Rückfallfiebers.

Zeckenfieber und Lyme-Borreliose sind entsprechend den Biotopen des Vektors endemisch (in einem begrenzten Gebiet verbreitet) oder sporadisch in warmen Monaten zu beobachten.

Beim Rückfallfieber finden sich die Erreger im peripheren Blut. Bei der Lyme-Borreliose kommen je nach Krankheitsstadium und Manifestation neben Blut auch Liquor, Punktat oder Hautbiopsie zur Untersuchung. Die Proben sollen vor einer Antibiotikabehandlung entnommen und möglichst rasch (spätestens innerhalb 48 Stunden) verarbeitet werden.

In der praktischen Diagnostik hat der Antikörpernachweis besondere Bedeutung, doch liefert der Erregernachweis mittels Mikroskopie (Dunkelfeld und Phasenkontrast) und Kultur einen sicheren Beweis für die Borreliose.

Untersuchung im Dunkelfeld-Mikroskop

Im Nativpräparat finden sich bei Dunkelfeld- (und Phasenkontrast) Mikroskopie 10 - 30 : 0,3 - 0,6 µm große Organismen, die sich charakteristisch schlangenartig vor- und zurückbewegen. Deutlich sind 4 - 12 relativ flache und breite Windungen zu erkennen. Bei Ansammlung von Borrelien kann es zu Knäuel- und Zopfbildung kommen.

Humanmedizinisch bedeutsame Borrelien in Europa

Für den Menschen bedeutsame Borrelien in Europa

Borrelia

Vektor (Krankheitsüberträger)

Wirt

Erkrankung

B. burgdorferi

Ixodes ricinus

(Holzbock)

Ixodes dammini

(Hirschzecke, USA)

Nagetiere, Wildtiere, domestizierte Tiere, Mensch

Lyme-Borreliose

B. recurrentis*

Pediculus humanus

(Kleiderlaus)

Mensch

Läuse-Rückfallfieber

B. caucasica

Ornithodorus verrucosus

(Lederzecke)

Nagetiere, Mensch

Zecken-Rückfallfieber

B. hispanica

Ornithodorus erraticus

(Lederzecke)

Nagetiere, Mensch

Zecken-Rückfallfieber

 * Für Borrelia recurrentis besteht ein Behandlungsverbot für Heilpraktiker nach IfSG

Borrelia burgdorferi - der Erreger der Lyme-Borreliose

Die in den USA erstmals 1974 beobachtete Erkrankung wurde nach dem Ort ihres ersten und häufigsten Auftretens (Lyme) zunächst Lyme-Arthritis, später Lyme-Krankheit und schließlich Lyme Borreliose genannt. Krankheiten mit vergleichbarer klinischer Symptomatik waren in Europa schon lange bekannt: wegen des fehlenden Erregernachweises wurden sie entsprechend der dermatologischen und neurologischen Symptomatik als Erythema chronicum migrans (ECM), Acrodematitis chronica athrophicans (ACA), Lymphozytom (LC) und lymphozytäre Meningoradikulitis (LMR)-Bannwarth bezeichnet.

Nach heutiger Erkenntnis ist die europäische Borreliose wie die Lyme-Krankheit eine in Stadien verlaufende Multisystem-Erkrankung mit dermato-logischen, neurologischen und rheumatologischen Manifestationen.

In Europa wird der Erreger hauptsächlich durch Ixodes ricinus (Holzbock), möglicherweise auch durch Stechfliegen und Stechmücken übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch kommt praktisch nicht vor. Die Häufigkeit der Erkrankung (Stadium 1 und 2) steht saisonal mit der Aktivität der Zecken im Zusammenhang.

 

Stadien und klinische Manifestationen der Lyme-Borreliose

Stadium 1

- Erythema migrans

Sogenannte Wanderröte

Tage oder Wochen nach Zeckenbiss

Stadium 2

- Lymphozytäre Meningoradikulitis-Bannwarth

- Lymphozytom

Wochen oder Monate nach Zeckenbiss

Stadium 3

- Acrodermatidis chronica atrophicans

- Lyme-Arthritis

- Enzephalomyelitis

Monate oder Jahre nach Zeckenbiss

 

Geeignetes Untersuchungsmaterial bei den verschiedenen Stadien bzw. Manifestationen der Lyme-Borreliose

Stadium 1

Erythema migrans

Blut, Hautbiopsie

Stadium 2

Lymphozytäre Meningo-radikulitis-Bannwarth

Liquor, Blut, Hautbiopsie

 

Lymphozytom

Blut, Hautbiopsie

Stadium 3

Acrodermatidis chronica atrophicans

Blut, Hautbiopsie

 

Lyme-Arthritis

Blut, Gelenkpunktat

 

Enzephalomyelitis

Blut, Liquor

Therapie

Eine antibiotische Therapie ist in der Frühphase in der Regel am erfolgreichsten. Eine generelle prophylaktische Antibiotikagabe nach Zeckenbiss wird jedoch nicht empfohlen (RKI "Ratgeber für Ärzte; Stand 03/2013).

 

Nach heutiger Erkenntnis ist die europäische Borreliose wie die Lyme-Krankheit eine in Stadien verlaufende Multisystem-Erkrankung mit dermatologischen, neurologischen und rheumatologischen Manifestationen. Bei latenten und chronischen Verläufen erfolgt die schulmedizinische Behandlung oft symptomatisch.

 

Quellen:

Mikrobiologische Diagnostik; F. Burkhardt

Medizinische Mikrobiologie; Brandis H.

Robert-Koch-Institut


Naturheilpraxis

Ute Krispenz

Diplom Biologin & Fachbiologin für Toxikologie

Adresse:

Somborer Weg 7/1

71067 Sindelfingen

Telefon:

07031 / 98 95 380

E-Mail:

naturheilpraxis-krispenz@web.de

Website:

www.naturheilpraxis-krispenz.de

 

Praxistermine:

nur nach Vereinbarung

 

Praxis geschlossen:

vom 11.09. - 16.09.2019

vom 02.10. - 13.10.2019