Blutzellen im Dunkelfeld-Mikroskop

Das Blut ist Träger unzähliger Stoffe und an nahezu allen Erkrankungen im menschlichen Körper beteiligt.

So kann eine Blutuntersuchung wichtige Hinweise auf eine bestehende Krankheiten geben bzw. zeigt diese oft vorher an. Dabei spielen nicht nur die klassischen Laboruntersuchung wie zum Beispiel kleines Blutbild, Differentialblutbild, Leber- und Nierenwerte eine wichtige Rolle, sondern auch die direkte mikroskopische Untersuchung der Morphologie der Zellen kann von großem Nutzen sein.

 

Bei einer Vitalblut-Untersuchung im Dunkelfeld-Mikroskop werden zuerst einmal die zellulären Bestandteile des Blutes bewertet.

So lassen sich morphologische Veränderungen der verschiedenen Blutzellen wie Erythrozyten (roten Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) gut erkennen ohne das eine Abtötung der Zellen durch Fixierung und Färbung erforderlich ist.

 

Morphologische Veränderungen von Blutzellen haben oft ihren Ursprung bereits bei der Blutbildung (Hämatopoese) im Knochenmark.

So können zum Beispiel die Erythrozyten anhand ihrer Größen- und Formveränderungen einen Hinweis auf unterschiedliche Anämie-Formen geben. Darüber hinaus lassen sich Mangelerscheinungen im Eisen-, Vitamin B12- und Folsäurehaushalt erkennen, ebenso wie Störungen der Leber und der Milz.

 

Die Besonderheit der Blutuntersuchung im Dunkelfeld-Mikroskop ist zudem, dass die lebenden Zellen im weiteren Verlauf der Untersuchung auf ihre Aktivität, ihren Zerfallsprozess oder auch auf den Aufbau mikrobiologischer Entwicklungsformen untersucht werden können. Diese sind oft erst nach einiger Zeit sichtbar und erst dann kann der gesundheitliche Zustand genauer erfasst werden.

Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

Die Erythrozyten stammen von einer determinierten erythropoetischen Stammzelle im Knochenmark ab. Die Teilungs- und Reifungsphase dauert 4 bis 7 Tage und nach dem Übertritt in die Blutbahn erfüllen die Erythrozyten (bei gesunden Erwachsenen) während 100 bis 120 Tagen ihre Aufgaben im Blut. Ihr Abbau erfolgt vorwiegend in der Milz.

Die Hauptfunktion der Erythrozyten besteht im Transport von Sauerstoff zu den Geweben und im Rücktransport von Kohlendioxid von den Geweben zur Lunge. Für diesen Gasaustausch ist vor allem das Protein Hämoglobin verantwortlich.

Die Häm-Synthese erfolgt hauptsächlich in den Mitochondrien des Erythroblasten (kernhaltige Erythrozyten-Vorläuferzelle im Knochenmark) und bei deren Reifung im Knochenmark kommt es mit der Reduzierung der Zellgröße auch zu einer Abnahme des Zellkerns, der am Ende ausgestoßen wird. Parallel nimmt die Hämoglobinsynthese zu. Der nun kernlose, aber noch nicht ganz reife Erythrozyt besitzt noch (im Mikroskop sichtbare) Chromatinreste und verläßt als Retikulozyt (junger Erythrozyt) das Knochenmark. Im peripheren Blut vollzieht sich an einem Tag die komplette Reifung.

Der Verlust des Zellkerns eines reifen Erythrozyt hat zur Folge, dass er für seine Energiegewinnung auf die anaerobe Glykolyse angewiesen ist, um Volumen, Form und Flexibilität aufrechtzuerhalten.

 

Störungen bei der Reifung des Erythrozyten, bei der Häm-Synthese (z.B. V.a. Eisen-, Vitamin B12-, Folsäuremangel) sowie auch bei Defiziten in der Energiegewinnung, können bei einer Vitalblut-Untersuchung im Dunkelfeld-Mikroskop beurteilt werden.

Aussagekräftig sind Anzahl, Größe, Form, Oberflächenbeschaffenheit und Inhalt dieser Blutzellen direkt nach der Blutentnahme. Eine Betrachtung der Erythrozyten in verschiedenen Zeitfenstern gibt Aufschluss über deren Vitalität.

 

Folgende Fragen kann man sich bei der Betrachtung der Erythrozyten* stellen:

  • Sind die Erythrozyten intakt und erscheinen in der Größe normal?
  • Sind Retikulozyten erkennbar? Häufigkeit?
  • Gibt es Hinweise auf eine Anämie?
  • Sind auffällige Größenunterschiede erkennbar?
  • Treten Verformungen in der Erythrozytenmembran auf? Welche?
  • Liegen die Erythrozyten relativ frei? Oder sind sie verklebt? Oder liegen als "Geldrollen" gestapelt vor?
  • Sind die Erythrozyten hämoglobinarm?
  • Sind "Schattenzellen" erkennbar?
  • Ist der Randsaum des Erythrozyten sehr schmal?
  • Ist ein Elektrolytüberschuss erkennbar?
  • Finden sich die sogenannten Howell-Jolly-Körperchen auf den Erythrozyten?
  • Wie sieht es mit Heinz-Innenkörperchen aus?
  • Wie lange sind die Erythrozyten stabil?
  • Wann sind erste Zeichen osmotischen Stress oder Zerfall sichtbar?
  • Ist der Aufbau mikrobiologische Entwicklungsformen erkennbar?

*Bei Unklarheiten oder Auffälligkeiten sollte zur weiteren Abklärung ein kleines Blutbild und diverse Blutwerte (z.B. Vitamin-B12, Folsäure, Leberwerte und Fettstoffwechsel) durchgeführt werden bzw. ein Facharzt konsultiert werden.

Erythrozyten im Dunkelfeld

Nachfolgend finden sich einige Beispiele von Erythrozyten und deren Morphologie im vitalen Blut direkt nach der Blutentnahme.

Normozyten

gesunde, intakte Erythrozyten

Anisozytose

ungleichgroße Zellkörper

Hinweis auf gestörten Leber-Nierenstoffwechsel, sowie Zellreifungsstörungen im Knochenmark

Mikrozyt

sehr kleiner Erythrozyt mit zu wenig Hämoglobin

Hinweis auf Stoffwechsel-störung wie z.B. Eisenmangel

Makrozyt

großer Erythrozyt

Hinweis auf Stoffwechsel-störung wie z.B. Vitamin-B12 und/oder Folsäure-Mangel

Megalozyt

sehr großer aufgeblähter Erythrozyt

Hinweis auf Stoffwechsel-störung, z.B. Vitamin-B12 und Folsäure-Mangel


Kokarden-/Target-zellen

Verdichtung des Hämoglobins im Zentrum

z.B. Eisenmangel, Sauerstoff-mangel, Thalassämien

Münzrollen-Formation

Erythrozyten-Aggregation durch Veränderung der Zelloberflächenladung

Hinweis auf Milieustörung z.B. pH-Wert, Darmdysbiose

Spindelformation

Verschiebung der Ober- flächenladung; durch erhöhte Zugkräfte

Hinweis z.B. auf verdickte Herzwände

Elliptozyt

länglich verformter Erythrozyt

Hinweis auf verminderten Hämoglobingehalt oder Vitamin B12- und/oder Folsäuremangel

Echinozyt

Erythrozyt mit sternförmigen Ausstülpungen

z.B. Hinweis auf  Dehydrierung, Vitamin E-Mangel, Albuminmangel


Poikilozyt

Erythrozyt mit einzelnen Membranauszügen

Hinweis auf gestörten Phospholipid-Stoffwechsel; z.B. bei Lebererkrankungen

Stomatozyt

mundförmige Aufhellung in der Mitte

Hinweis auf funktionelle Störung, z.B. Leberstoff-wechsel

Schattenzellen "Ghosts"

Erythrozyten mit geringer Leuchtkraft.

Hinweis auf Hämolyse, z.B. durch Bakerientoxine

Chondrit-Ausbildung und anderen Entwick-lungsformen

Hinweis auf starke endobiontische Belastung

 

"Bärentatzen"

Membraneinstülpungen durch gestörten Fettstoff-wechsel

Hinweis auf Stoffwechsel-störung, z.B. Leber


Leukozyten (weiße Blutkörperchen)

Das Immunsystem ist ein hocheffizientes Überwachungssystem, das sofort eingreift, wenn irgendwo im Körper eine Zelle signalisiert, dass sie infiziert ist.

Die Leukozyten spielen die Hauptrolle im Kampf des Körpers gegen Infektionen. Sie wehren Krankheitserreger ab und werden bei einer bakteriellen Infektion vermehrt gebildet, genauso wie bei Allergien, Belastungen mit Giftstoffen, Wurminfektionen und Autoimmunkrankheiten.

Beim gesunden Menschen ist nur ein geringer Teil der im Körper vorhandenen Leukozyten im Blut zu finden; die meisten Leukozyten befinden sich im Knochenmark beziehungsweise in verschiedenen Organen und Geweben.

Ist die Anzahl der Leukozyten erniedrigt, besteht der Verdacht auf eine geschwächte zelluläre Immunabwehr und eine deutlich verminderte Zahl geht mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher.

Die Leukozyten werden in drei Hauptgruppen unterteilt:

  • Granulozyten (neutrophile, eosinophile, basophile)
  • Lymphozyten (T- und B-Lymphozyten)
  • Monozyten       

Granulozyten

Granulozyten gehören zur unspezifischen Immunabwehr, sind zur aktiven Migration fähig und greifen Krankheitserreger an, um sie unschädlich zu machen. Infektionen, Vergiftungen und Allergien bewirken daher einen Anstieg der Granulozyten.

Neutrophile Granulozyten: Dieser Zelltyp macht ca. 55 - 70% der Leukozyten aus. Sie bilden antibakterielle Substanzen und sind imstande Fremdkörper zu phagozytieren (aufzunehmen und zu fressen). Sie können sich wie Amöben bewegen und entfalten bemerkenswerte Enzymleistungen.

Nach ihrer Freisetzung aus dem Knochenmark verbringen sie ca. 6 - 12 Stunden in der Blutzirkulation, bevor sie ins Gewebe auswandern. Dabei infiltrieren sie besonders gerne Gewebe, die in unmittelbarem Kontakt mit der Außenwelt stehen: die Schleimhäute, den Magen-Darm-Trakt und die Haut.

Der Zweck der Wanderung vom Blut ins Gewebe besteht darin, Fremdkörper aufzuspüren, diese durch Phagozytose aufzunehmen und den Inhalt ihrer Granula, die ein ganzes Arsenal an Enzymen enthalten, auszuschütten. Diese sehr aktiven Substanzen lösen das Objekt entweder sofort in die Grundbestandteile des Lebens auf oder, falls das nicht möglich ist, stirbt der Neutrophile sozusagen an Verdauungsstörungen und wird dann mit dem respiratorischen oder intestinalen Material in die Außenwelt befördert.

Eine Erhöhung findet sich bei Entzündungen (z.B. Mandelentzündung, chronische Darmentzündungen und rheumatische Erkrankungen. Aber auch hormonelle Störungen (z.B. eine Überproduktion an Cortisol) oder verschiedene Medikamente (z.B. Kortison) lassen die Konzentration dieser Abwehrzellen ansteigen.

Eosinophile Granulozyten: Die aus dem Knochenmark in das Blut abgegeben reifen Eosinophilen wandern direkt in solche Gewebe, die auch die Neutrophilen anziehen. Sie bleiben allerdings weniger als eine Stunde im Blut. Aus diesem Grund ist die Zahl dieser Zellen im Blut sehr klein (weniger als 4% aller Leukozyten). Ihre Aufgabe besteht darin, artfremdes Eiweiß unschädlich zu machen und sie zerstören auch körpereigene Zerfallsprodukte. Eosinophile besitzen ebenfalls die Fähigkeit zur Phagozytose.

Eine Erhöhung dieses Zelltyps findet sich vor allem bei Parasitenabwehr (z.B. Wurmbefall) und Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Asthma und allergischen Reaktionen, u.a. auch Arzneimittelallergien).

Basophile Granulozyten: Sie sind die seltensten Zellen des Blutes und sind im Blutausstrich kaum zu entdecken. Ihre Granula enthalten Histamin, Serotonin und Heparin. Bei Kontakt mit bestimmten Allergenen schütten sie Histamin aus. Basophile Granulozyten wurden auch mit allergischen Reaktionen vom verzögerten Typ in Verbindung gebracht. Auch spielen sie bei der Verarbeitung spezieller Eiweißkörper eine Rolle.

 

Lymphozyten

Im Blut stellen die Lymphozyten nach den Neutrophilen die größte Zahl der weißen Blutkörperchen dar. Sie repräsentieren etwa 20 - 45% aller Leukozyten. Die Lymphozyten lassen sich in zwei große Gruppen, nämlich die T- und die B-Zellen aufgliedern. Im Mikroskop ist eine Unterscheidung nicht möglich.

Lymphozyten sind die einzigen Zellen, die spezifisch antigene Determinanten erkennen können. Ähnlich wie Monozyten bewegen sich Lymphozyten aktiv durch die Gewebe, aber sie sind nicht zur Phagozytose befähigt.

Eine Vermehrung der Lymphozyten findet sich häufig bei Infektionen mit Viren. Aber auch bei bestimmten Medikamenten und verschiedenen Blutkrebserkrankungen sind die Lymphozyten erhöht.

Eine Verminderung der Lymphozyten auf unter 10% kann auf eine starke Hemmung des Immunsystems etwa im Rahmen einer zytostatischen Behandlung hindeuten.

 

Monozyten

Monozyten sind die größten Zellen des Blutes und leisten die Hauptaufräumarbeit bei der Immunabwehr. Die aus dem Knochenmark freigesetzten Monozyten bleiben nur wenige Stunden bis Tage im Blut bevor sie schließlich in Gewebe eindringen, zum Beispiel in Leber- oder Bindegewebe. Dort wachsen sie um das Fünf- bis Zehnfache und entwickeln sich zu sogenannten Makrophagen („Fresszellen“) weiter.

Die Gesamtzahl der im Blut eines Erwachsenen zirkulierenden Monozyten beträgt ca. 1-6% aller Blutleukozyten. Monozyten verlassen ständig den Blutkreislauf, offensichtlich, ohne einen äußeren Anlass dazu zu haben. Die Auswanderung von Monozyten kann jedoch merklich gesteigert werden, wenn das Gewebe verletzt oder infiziert wird.

Zu einer deutlichen Vermehrung der Monozyten kann es u.a. durch bestimmte Virusinfekte  wie zum Beispiel Pfeiffersches Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus) oder bakteriellen Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) kommen. Aber auch bei chronischen Infektionen oder auch im Stadium der Rekonvaleszenz nach bakteriellen Infektionen ist die Zahl der Monozyten erhöht.

 

Makrophagen

Makrophagen sind Zellen mit einem unstillbaren Appetit für Partikel, egal ob fremd oder körpereigen. Sie machen ihrem Namen als große Fresser alle Ehre. Sie schlucken und verdauen die aufgenommenen Partikel, indem sie den Inhalt ihres Enyzmcocktails darauf schütten. Was sie nicht verdauen können, spucken sie wieder aus. Makrophagen sind aber auch die Straßenkehrer des Körpers. Sie verschlingen kranke und angeschlagene Erythrozyten, erschöpfte Granulozyten und Teile toter Zellen. Makrophagen können, wenn sie aktiviert sind, auch einige Tumor- und andere Zellen abtöten.

 

Folgende Fragen kann man sich bei der Betrachtung der Leukozyten* stellen:

  • Liegt eine Vermehrung der Leukozyten vor?
  • Gibt es einen Hinweis auf eine Entzündung, Infektion o.ä.?
  • Finden sich im Blutbild auffallend wenig Leukozyten?
  • Gibt es Hinweise auf eine Mononukleose? Oder welche Medikamente werden eingenommen?
  • Ist die Anzahl der neutrophilen Granulozyten stark erhöht oder auffallend erniedrigt?
  • Werden im Präparat häufig eosinophile Granulozyten gesehen?
  • Gibt es einen Hinweis auf eine parasitäre Belastung oder eine allergische Disposition?
  • Sind die Lymphozyten sehr häufig zu finden?
  • Liegen Hinweise auf Infektionen, Leukämien vor ?
  • Auffallend wenig Lymphozyten?
  • Gibt es Faktoren wie z.B. Stress oder Kortison-Einnahme?

*Bei Unklarheiten oder Auffälligkeiten sollte zur weiteren Abklärung ein Differentialblutbild durchgeführt werden bzw. ein Facharzt konsultiert werden.

Leukozyten im Dunkelfeld

Nachfolgend finden sich einige Beispiele von Leukozyten und deren Morphologie im vitalen Blut direkt nach der Blutentnahme.

Granulozyt neutrophil

intakt und unauffällig

Granulozyten neutrophile

pathologisch verändert

während Chemotherapie

Granulozyten neutrophile

intakt, starke Vermehrung

V.a. bakterielle Infektion

Granulozyten neutrophiler und eosinophiler*

intakt und unauffällig

*V.a. allergische Disposition

Granulozyt neutrophil

hypersegementiert mit kapsel- artigen Einschlüssen

V.a. bakterielle Infektion


Lymphozyt

mit einigen Einschluss-körperchen

V.a. Belastung z.B. Medikamente

Lymphozyt

mit vielen Einschluss-körperchen

V.a. Belastung während Chemotherapie

Monozyten-Pärchen

erhöhte Aktivität der unspezifischen Immun- abwehr

V.a. Infektion

Monozyt

mit einigen kleinen Aus- läufern (Pseudopodien)

... auf Suche nach einem kleinen Snack ? ...

Monozyt

mit einem sehr langen Ausläufern (Pseudopodie)

V.a. Elimination von Zellschrott


Thrombozyten (Blutplättchen)

Die Blutplättchen sind sehr zarte Gebilde und so klein, dass man sie bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts übersehen hat. Ihre Größe beträgt nur ein Fünfzehntel der eines Erythrozyten. Die Blutplättchen werden auch als Thrombozyten (gerinnende Zellen) bezeichnet.

Wie alle Blutzellen, entstammen auch die Thrombozyten aus einer Vorläuferzelle im Knochenmark, dem Megakaryozyten (Riesenzelle). Durch Plasmaab-schnürungen eines Megakaryozten entstehen ca. 4000 kernlosen "Plättchen" und demzufolge sind Thrombozyten keine eigentlichen Zellen. Nach Iher Abschnürung werden sie in die Blutbahn ausgeschieden. Ihre Aufgabe besteht in Gewebereparaturen nach Gefäßverletzungen (Blutstillung und Gerinnung) und sie sind wichtige Initiatoren bei Entzündungs- und antimikrobiellen Abwehrprozessen. Auch bei der Infektabwehr sind die Thrombozyten beteiligt, da sie in der Lage sind z.B. Viren, Bakterien und Pilze an sich zu binden und mit einer Stimulierung auf die Bindung reagieren.

Plättchen können sich im Blut zu kleineren bis sehr großen Aggregaten zusammenlagern und einen Hinweis auf eine prothrombotische Situation bzw. ein Thromboserisiko geben.

 

Folgende Fragen kann man sich bei der Betrachtung der Thrombozyten* stellen:

  • Finden sich Verklebungen von Thrombozyten?
  • Wie häufig finden sich Thrombozyten-Aggregate?
  • Welche Aggregat-Größen finden sich?
  • Sind Thromben erkennbar?
  • Besteht ein erhöhtes Risiko einer Thrombosebildung oder einer Embolie?
  • Gibt es Hinweise auf Durchblutungsstörungen, Verletzungen o.ä.?

 

*Bei Auffälligkeiten sollte zur weiteren Abklärung ein Facharzt konsultiert werden.

Thrombozyten im Dunkelfeld

Nachfolgend finden sich einige Beispiele von Thrombozyten direkt nach der Blutentnahme.

Thrombozyten

zu ganz kleinen Verbänden agglutiniert

normales Phänomen, da Blut nicht mit Antikoagulantien versetzt ist

Thrombozyten

relativ kleine Plättchen-Aggregate

V.a. kleinere Alltagsverletzung

Thrombozyten

mehrere kleinere Plättchen-Aggregate bei gleichzeitig deformierten Erythrozyten

Hinweis auf Stoffwechsel- und Durchblutungsstörung

Mikrothrombus

mittelgroßes Aggregat

Risiko einer Thrombose- bildung erhöht

Makrothrombus

sehr großes Aggregat

Risiko einer Thrombose bzw. Embolie erhöht


Literaturquellen:

Sandoz Atlas Klinische Hämatologie; A.V. Hoffbrand, J.E. Pettit; Sandoz AG, Basel

Immunologie, Jan Klein

Labor und Diagnose; L. Thomas

Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie; H. Greiling, A.M. Gressner

Dunkelfeld-Mikroskopie mit nativem Blut und BukoVitan-Blutbetrachtung; Nadine Bukowski

 

Bildquellen:

Ute Krispenz

Naturheilpraxis

Ute Krispenz

Diplom Biologin & Fachbiologin für Toxikologie

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