Babesien

Babesien sind einzellige Lebewesen (Protozoa), die als Blutparasiten bei Säugetieren vorkommen und hauptsächlich veterinärmedizinisch von Bedeutung sind. Doch sind solche Infektionen zunehmend auch beim Menschen festgestellt worden.

Der Erreger wird von Zecken während ihrer Blutmahlzeit in die Einstichstelle übertragen und die Parasiten befallen nach ihrer Übertragung die Roten Blutkörperchen (Erythrozyten), in denen sie sich vermehren. Die Symptome können in der akuten Phase Malaria-ähnlich sein (z.B. Kopfschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost, Lebervergrößerung, blutiger Urin).

Wie infiziert man sich mit Babesien?

Überträger der Babesiose ist die Auwald-Zecke (Dermacentor reticulatus). Zecken, die an infizierten Tieren Blut gesaugt haben, nehmen dabei auch Babesien mit auf, die sich erst im Zeckendarm und dann auch in den Speicheldrüsen weiterentwickeln. Über diese infektiösen Speicheldrüsenformen kann die Übertragung bei der nächsten Blutmahlzeit erfolgen.

Durch die direkte Übertragung der infektiösen Babesien über den Speichel, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion hoch - vorausgesetzt, die Zecke ist mit Babesien infiziert.

Wie häufig sind Zecken mit Babesien infiziert?

In Deutschland kommt hauptsächlich Babesia canis vor. B. canis ist der Erreger einer Malaria-ähnlichen Erkrankung bei Hunden ("Hunde-Malaria") und wurde aus Ungarn, Österreich und Südpolen eingeschleppt. Der Überträger dieser Erkrankung ist die Auwald-Zecke (Dermacentor reticulatus). Diese in Deutschland nicht heimische Zeckenart konnte sich aufgrund der guten klimatischen Bedingungen in den meisten deutschen Gebieten ansiedeln (z.B. in Grünanlagen) und gedeiht jetzt selbst in Norddeutschland ausgezeichnet, so dass die Hundemalaria auf dem Vormarsch ist. Diese Zecke kann Babesia canis und Babesia gibsoni auf den Wirt übertragen.

Für den Menschen sind zwei Spezies von Bedeutung: Babesia microti (Verbreitung meist USA) und Babesia divergens (Europa). Welche Verbreitung die Auwald-Zecke in Deutschland hat und wie häufig Babesien ins Zecken vorkommen, ist wissenschaftlich kaum untersucht.

Erkrankung durch Babesien

Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Wochen und es kann zu einem uncharakteristischen Krankheitsbild kommen. Typische Krankheits-erscheinungen bestehen in hohem Fieber, Kopfschmerzen, Schweißausbruch, Pulsbeschleunigung, Schmerzen im Rücken, in der Nierengegend und in den Muskeln - Symptome, wie sie auch bei einer Malaria tropica auftreten können.

Hinzu kommt häufig eine Vergrößerung der Leber und Milz (Hepatosplenomegalie) und eine Gelbsucht (Ikterus). Die Bilirubin- und Transaminasen sind infolge der Hämolyse der Erythrozyten erhöht und es zeigt sich eine Rotfärbung des Urins (Hämoglobinurie). Durch freigesetzte Giftstoffe kann es zu Organschäden der Nieren, Leber und Milz kommen. Bei latentem Verlauf kann es durch die chronische Leberbeteiligung zu Gerinnungsstörung mit Blutungen, Ödemen (Wasseransammlung) und in sehr seltenen Fällen zu Störungen des Zentralnervensystems kommen.

Schwere Fälle einer Infektion mit Babesia microti bzw. Babesia divergens sind bisher bei Patienten aufgetreten, deren Milz operativ entfernt wurde (splenektomierte Patienten). Auch eine Erkrankung durch andere Babesien-Arten, wie zum Beispiel durch Babesia canis, ist bei dieser Patientengruppe möglich.

Diagnostik

Gesucht werden Babesien als intraerythrozytäre (in den Roten Blutkörperchen lebende) Parasiten. Als Basisdiagnostik für den Erregernachweis im Blut stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Direkter mikroskopischer Nachweis der Babesien:
    • im Blutausstrich (Giemsa-Färbung)
    • im Dicken Tropfen (Giemsa-Färbung)
    • im Dunkelfeld (Vitalblut ohne chemische Veränderung)

Die Babesien haben ein charakteristisches Aussehen, dass von ringförmigen über birnenförmige Stadien variiert. Bei ihrer Vermehrung hängen die Teilungsstadien im Zentrum der Erythrocyten mit ihrem spitzen Ende zusammen. Häufig liegen die Babesien paarweise  oder in Tetraden (sogenanntes Malteserkreuz).

Beim Vorliegen einer Babesien-Infektion kann sich durch Verwechslung mit Plasmodien (Erreger der Malaria) ein besonderer diagnostische Fehler einstellen. Die Parasiten sind im Blutausstrich Plasmodium ähnlich und die Differentialdiagnose kann nur durch den Giemsa-gefärbten Blutausstrich oder Dicken Tropfen geführt werden.

Bei Verdacht auf intrazelluläre Protozoen sollte ein spezialisierter Arzt oder ein tropenmedizinischen Institut konsultiert werden, die auch entsprechende therapeutische Maßnahmen einleiten können.

Entwicklung und Vermehrung der Babesien

Die Parasiten befallen nach ihrer Übertragung die Erythrozyten, in denen sie sich durch Zweiteilung vermehren. Nach dem Platzen der Erythrozyten-membran werden die Parasiten frei, um in neue rote Blutkörperchen einzudringen. Das freiwerdende, unverbrauchte Hämoglobin wird über die Nieren ausgeschieden und führt zu einer Rotfärbung des Harns. Zecken, die an infizierten Tieren oder Menschen saugen, nehmen dabei auch Babesien mit auf.

Im Zeckendarm befreien sich die Babesien aus den Erythrozyten, dringen in Darmzellen ein und gelangen über die Hämolymphe in Organzellen. Bevorzugter Entwicklungsort sind die Speicheldrüsen der Zecke oder auch deren Eierstöcke.

Die Speicheldrüsenformen sind infektionstüchtig und können bei der nächsten Blutmahlzeit bereits wieder übertragen werden. Auch die Eizellen der Zecke werden infiziert und bei der Embrynonalentwicklung gelangen sie dann in die Darmzellen und von dort in die Speicheldrüsen der Zeckenlarve. In der Tochtergeneration sind demnach bereits die 6-beinigen Larven, aber auch die nachfolgenden Stadien infektiös.

Therapie

Bei Verdacht auf intrazelluläre Protozoen sollte ein spezialisierter Arzt oder ein tropenmedizinischen Institut konsultiert werden.

 

Quellen:

Mikrobiologische Diagnostik; F. Burkhardt

Medizinische Mikrobiologie; Brandis H.

Parasitologie; Frank W.

Naturheilpraxis

Ute Krispenz

Diplom Biologin & Fachbiologin für Toxikologie

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