Anaplasmen

Die Humane Granulozytäre Anaplasmose ist eine durch Zecken übertragene Erkrankung, die durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum verursacht wird. Das Bakterium parasitiert intrazellulär in Granulozyten.

In Europa sind bislang nur wenige Erkrankungen dokumentiert, was möglicherweise auf eine fehlende Diagnostik und einen hohen Anteil asymptomatischer Infektionen zurückzuführen ist. Angesichts der weiten Verbreitung des Bakteriums in europäischen Zecken ist von einer weit größeren Zahl an Infektionen auszugehen, die aufgrund der mangelnden Bekanntheit des Krankheitserregers wohl meist unerkannt bleiben.

Wie infiziert man sich mit Anaplasmen?

Die Übertragung auf Menschen erfolgt durch Zeckenstiche. Der häufigste Überträger in Europa ist der Holzbock (Ixodes ricinus), in Nordamerika vor allem Ixodes scapularis und Ixodes pacificus. Ein Schutz vor Zecken ist also zugleich Infektionsprophylaxe.

Wie häufig sind Zecken mit Anaplasmen infiziert?

In Europa sind bislang nur wenige Fälle von Humaner Granulozytärer Anaplasmose dokumentiert, die Fallzahlen in den USA liegen wesentlich höher.

Zecken, die mit Anaplasma phagocytophilum infiziert sind, wurden in vielen europäischen Ländern gefunden (u. a. in Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Österreich, der Schweiz und Slowenien). Der Nachweis von Anaplasmen in Europa liegt bei 3% für den Holzbock (Ixodes ricinus).

Der prozentuale Anteil von Europäern, die bereits Erregerkontakt mit Anaplasmen hatten und in deren Blut Antikörper nachweisbar waren (Seroprävalenz), reicht von 6,2% bis 21%.

Erkrankung durch Anaplasmen

Die meisten Infektionen sind klinisch unauffällig oder haben einen milden Verlauf. Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 30 Tagen, kann es zu unspezifischen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Glieder-, Muskel- und Gelenkschmerzen kommen. Selten treten schwerwiegende systemische Komplikationen auf, wie zum Beispiel Meningoenzephalitis, die eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich machen.

Diagnostik

Die typischen Laborveränderungen einer klinisch manifesten Anaplasmose ist eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutblättchen). Zusätzlich können unspezifische Veränderungen wie erhöhte Leberenzyme und eine Hyperglobulinämie (erhöhte Konzentration von Globulineiweißen im Serum) gefunden werden.

Im mikroskopischen Direktnachweis werden im Blutausstrich die typischen zellulären Veränderungen (Morulae = Maulbeerkeim) bei einer Anaplasmose nachgewiesen.

Weitere diagnostische Möglichkeiten sind serologische Nachweisverfahren, PCR und Zellkultur.

Therapie

Eine antibiotische Therapie ist in der Regel am erfolgreichsten. Eine generelle prophylaktische Antibiotikagabe nach Zeckenbiss wird jedoch nicht empfohlen.

 

Quellen:

Mikrobiologische Diagnostik; F. Burkhardt

Medizinische Mikrobiologie; Brandis H.

Robert-Koch-Institut

 

Naturheilpraxis

Ute Krispenz

Diplom Biologin & Fachbiologin für Toxikologie

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